Du willst den Jagdschein machen und fragst dich, was in der Jägerprüfung auf dich zukommt? Dann bist du hier genau richtig. Streng genommen machst du nämlich nicht den Jagdschein, sondern legst die Jägerprüfung ab. Erst mit dem bestandenen Prüfungszeugnis kannst du den Jagdschein bei deiner unteren Jagdbehörde beantragen.
Weil Jagdrecht Ländersache ist, gibt es 16 verschiedene Prüfungsordnungen. Wir haben dir für jedes Bundesland zusammengestellt, wie viele Fragen gestellt werden, was du schießen musst und wo du dich anmeldest. Alle Angaben haben wir im Oktober 2026 an den Prüfungsordnungen und den Seiten der zuständigen Stellen geprüft.
Wie ist die Jägerprüfung aufgebaut?
Den Rahmen gibt das Bundesjagdgesetz vor. Nach § 15 Abs. 5 BJagdG besteht die Jägerprüfung aus einem schriftlichen Teil, einem mündlich-praktischen Teil und einer Schießprüfung. Im Gesetz steht auch ein Satz, den du dir gut merken solltest: Mangelhafte Leistungen in der Schießprüfung kannst du nicht durch gute Leistungen in anderen Prüfungsteilen ausgleichen.
Alles Weitere regeln die Länder. Deshalb unterscheiden sich Zahl und Format der Fragen, die Schießdisziplinen, die Reihenfolge der Prüfungsteile und die Frage, ob du vorher einen Kurs besuchen musst. Auch wer die Prüfung abnimmt, ist unterschiedlich geregelt. Mal ist es die untere Jagdbehörde deines Kreises, mal eine Landesbehörde und in einigen Ländern der Landesjagdverband.
Die gute Nachricht: Eine in Deutschland bestandene Jägerprüfung wird in allen Bundesländern anerkannt, und der Jagdschein gilt im gesamten Bundesgebiet (§ 15 Abs. 3 BJagdG). Wenn du die Prüfung in Niedersachsen ablegst, kannst du den Jagdschein also auch in Nordrhein-Westfalen beantragen, sofern du dort wohnst.
Achtung: Wo du zur Prüfung zugelassen wirst, hängt vom Land ab. In NRW und Rheinland-Pfalz ist zum Beispiel die Behörde an deinem gewöhnlichen Aufenthalt zuständig (in Rheinland-Pfalz alternativ am Ausbildungsort). Im Saarland musst du den Lehrgang im Saarland besucht haben, und in Hamburg meldet dich eine beim Landesjagdverband registrierte Jagdschule an. Frag deshalb vor der Anmeldung bei deiner Jagdschule nach, für welche Prüfung sie dich vorbereitet.
Was wird in der Jägerprüfung geprüft?
Die Sachgebiete heißen in jedem Land etwas anders und sind unterschiedlich zugeschnitten. Inhaltlich gibt § 15 Abs. 5 BJagdG aber für alle dasselbe vor. Im Grunde genommen sind es vier große Themenblöcke.

Tierarten, Wildbiologie, Wildhege und Naturschutz
Hier geht es um die heimischen Tierarten und ihren Lebensraum. Gemeint sind die Arten, die dem Jagdrecht unterliegen, aber auch alle anderen wildlebenden und geschützten Tiere. Unterschieden wird vor allem zwischen Haarwild und Federwild. Dazu gehören Ansprechen, Lebensweise, Hege und Biotoppflege.
Jagdbetrieb, Jagdhunde, Wildkrankheiten und Wildbrethygiene
Als angehender Jungjäger lernst du den praktischen Jagdbetrieb und die waidgerechte Jagdausübung kennen. Dazu gehören Jagdarten, Reviereinrichtungen, Wildschadensverhütung und die Grundlagen von Land- und Waldbau. Ein großer Teil betrifft das Versorgen des erlegten Wildes, das Erkennen von Wildkrankheiten und die Beurteilung von Wildbret als Lebensmittel.
„Jagd ohne Hund ist Schund“ hat der ein oder andere vielleicht schon mal gehört. Entsprechend sind Jagdhunde und die Jagdhundeausbildung fester Bestandteil der Prüfung.
Waffenrecht, Waffentechnik und sicherer Umgang mit Waffen
Im Vordergrund steht die sichere Handhabung von Lang- und Kurzwaffen. Dazu kommen Aufbau und Technik der Waffen, Munition und Ballistik sowie die Regeln des Waffengesetzes (WaffG).
Jagdrecht, Tierschutz-, Naturschutz- und Landschaftspflegerecht
Neben dem Bundesjagdgesetz (BJagdG) und dem Landesjagdgesetz deines Landes musst du das Tierschutzgesetz und die Grundzüge des Naturschutzrechts kennen. Je nach Land kommen Lebensmittelrecht und Waffenrecht als eigene Rechtsfächer dazu.
Wie viel Vorwissen du mitbringen solltest und wie du dich am besten vorbereitest, liest du in unserem Beitrag zur Jagdschein Vorbereitung.
Die schriftliche Prüfung
In den meisten Ländern beginnt die Jägerprüfung mit dem schriftlichen Teil. Ausnahmen sind zum Beispiel Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Bremen, dort wird zuerst geschossen.
Lange hieß es, die Fragen würden überall im Multiple-Choice-Verfahren gestellt. Das stimmt so nicht. In Berlin, Brandenburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern musst du einen Teil der Fragen frei beantworten, in Bremen sogar überwiegend. Auch innerhalb des Ankreuzverfahrens gibt es Unterschiede: In Hessen, Thüringen und Niedersachsen können mehrere Antworten richtig sein, im Saarland ist genau eine von fünf Antworten richtig.
Viele Länder veröffentlichen ihren Fragenkatalog. Dann weißt du vorher, aus welchem Pool die Prüfungsfragen gezogen werden. In anderen Ländern stellt der Prüfungsausschuss die Fragen selbst zusammen. Dort hilft dir Auswendiglernen weniger, und du solltest den Stoff wirklich verstanden haben.
Schriftliche Prüfung im Bundesländer-Vergleich (Stand: Oktober 2026)
| Bundesland | Fragen in der Prüfung | Zeit | Format |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 125 (5 × 25) | 150 Min. | Ankreuzen |
| Bayern | 100 | 100 Min. | Ankreuzen |
| Berlin | 100 (5 × 20) | 180 Min. (140 Min. bei überwiegend Ankreuzfragen) | gemischt, mind. 25 % offene Fragen |
| Brandenburg | 90 (6 × 15) | 120 Min. | gemischt, bis 20 % offene Fragen |
| Bremen | 140 (7 × 20) | 3,5 Std. | überwiegend freie Antworten, einzelne Ankreuzfragen |
| Hamburg | 90 (6 × 15) | 3 Std. | Ankreuzen |
| Hessen | 100 (4 × 25) | 2 Std. | Ankreuzen, mehrere Antworten können richtig sein |
| Mecklenburg-Vorpommern | 125 (5 × 25) | 150 Min. | gemischt: je Fach 15 Ankreuz- und 10 offene Fragen |
| Niedersachsen | 100 (5 × 20) | 30 Min. je Fachgebiet | Ankreuzen, 1 oder 2 Antworten richtig |
| Nordrhein-Westfalen | 100 (4 × 25) | höchstens 2 Std. | Ankreuzen |
| Rheinland-Pfalz | 120 (6 × 20) | höchstens 6 Std. | Ankreuzen |
| Saarland | 120 (5 × 24) | 120 Min. | Ankreuzen, 1 von 5 Antworten richtig |
| Sachsen | 220 (laut amtlicher Testprüfung) | 2 Std. | Ankreuzen am Computer |
| Sachsen-Anhalt | 140 (7 × 20) | nicht festgelegt | Fragebogen der Prüfungskommission |
| Schleswig-Holstein | 80 (4 × 20) | 3 Std. | Fragen des Prüfungsausschusses, 0 bis 2 Punkte je Antwort |
| Thüringen | 100 (4 × 25) | 120 Min. | Ankreuzen, 1 bis 6 Antworten richtig |
Bestehensregeln und Fragenkataloge (Stand: Oktober 2026)
| Bundesland | Zum Bestehen nötig | Fragenkatalog |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | mind. 13 richtige je Fach | 1.250 Fragen, LJV BW (Stand 07/2021) |
| Bayern | höchstens 25 Fehler insgesamt | rund 1.350 Fragen, amtlich (Stand 05/2026) |
| Berlin | mind. 13 richtige je Sachgebiet | kein öffentlicher Katalog |
| Brandenburg | mind. 9 richtige je Sachgebiet | „mögliche Prüfungsfragen“ beim LJV, kein amtlicher Katalog |
| Bremen | Punkte und Noten je Fachgebiet | kein amtlicher Katalog |
| Hamburg | mind. 8 richtige je Sachgebiet | 900 Fragen, LJV Hamburg (Stand 05/2023) |
| Hessen | mind. 18 Punkte je Sachgebiet | 2.034 Fragen, amtlich (Stand 11/2023) |
| Mecklenburg-Vorpommern | Notenregel, Waffen und Lebensmittelrecht mind. „ausreichend“ | rund 1.560 Fragen, amtlich (Stand 09/2023) |
| Niedersachsen | Notenschnitt aus schriftlich und mündlich | rund 2.500 Fragen, amtlich (Stand 07/2022) |
| Nordrhein-Westfalen | mind. 14 je Sachgebiet oder 70 insgesamt | 500 Fragen ohne Antworten, amtlich |
| Rheinland-Pfalz | Notenregel, Note 4 ab 10 richtigen je Sachgebiet | nicht mehr amtlich veröffentlicht, LJV stellt Fassung von 2015 bereit |
| Saarland | mind. 17 richtige je Sachgebiet | 1.000 Fragen, VJS (Stand 05/2025) |
| Sachsen | 75 % in Waffenkunde und Recht, sonst 60 % | nicht vollständig veröffentlicht, amtliche Online-Testprüfung |
| Sachsen-Anhalt | Notenregel, Jagdwaffen mind. „ausreichend“ | kein amtlicher Katalog |
| Schleswig-Holstein | Notenregel aus schriftlich und mündlich | kein amtlicher Katalog |
| Thüringen | höchstens 7 Fehler je Sachgebiet | über 1.800 Fragen, amtlich (seit 01/2026) |
Quellen: jeweilige Prüfungsordnung und zuständige Stelle, siehe Abschnitt zu deinem Bundesland und Quellenliste. Alle Angaben ohne Gewähr.
Die Zahl der Fragen im Katalog sagt übrigens wenig über die Schwierigkeit. Ein großer Katalog mit veröffentlichten Antworten kann leichter zu lernen sein als ein kleiner Prüfungsbogen mit offenen Fragen, die du nicht vorher kennst.
Lern-Apps und kostenlose Übungsangebote
Die Fragenkataloge sind teilweise sehr umfangreich. Lern-Apps helfen dir, den Katalog deines Bundeslandes Sachgebiet für Sachgebiet durchzuarbeiten, und simulieren die schriftliche Prüfung. Welche Apps und Lernplattformen es gibt und was sie kosten, haben wir dir im Beitrag Jagdschein Vorbereitung verglichen.
Kostenlos und offiziell: Einige Länder stellen selbst Übungsmaterial bereit. In Bayern findest du beim Landesamt für Maß und Gewicht den aktuellen Fragenkatalog und echte Prüfungsbögen aus früheren Terminen. Sachsen bietet eine Online-Testprüfung, die der echten Prüfung entspricht, Thüringen eine Online-Übung mit jeweils 25 Zufallsfragen. Die Links zu den übrigen Katalogen findest du im Abschnitt zu deinem Bundesland.
Die mündlich-praktische Prüfung
Im mündlich-praktischen Teil werden dieselben Themengebiete geprüft wie im schriftlichen. In der Regel prüft dich ein Ausschuss in kleinen Gruppen von bis zu sechs Personen, meist 10 bis 20 Minuten pro Sachgebiet. Anders als beim Fragebogen hilft reines Auswendiglernen hier nicht weiter. Spätestens jetzt solltest du wissen, wovon du redest!

Die Prüfer legen dir Präparate, Gebisse, Schädel, Bälge oder Federn vor. Du sollst Trittsiegel, Pflanzen, Bäume, Jagdgegenstände oder Jagdsignale erkennen. In Niedersachsen werden zu Beginn fünf Jagdsignale geblasen, und wer drei Leitsignale auch nach einer Wiederholung nicht erkennt, ist durchgefallen.
In mehreren Ländern findet dieser Teil ganz oder teilweise im Revier statt, zum Beispiel in Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Dann kann es sein, dass du mit der Waffe pirschst, einen Hochsitz besteigst und dort eine jagdliche Situation durchspielst.
Besonders wichtig ist die Waffenhandhabung. In Bayern und Berlin ist sie ein eigener Prüfungsteil, in Baden-Württemberg und im Saarland gehört sie zum Schießabschnitt. Einen sicherheitsrelevanten Fehler verzeiht dir praktisch keine Prüfungsordnung. Wer zum Beispiel mit geladener Waffe auf einen Menschen zielt, ist in den allermeisten Fällen sofort durchgefallen.
Das ist kein Grund, vor der praktischen Waffenprüfung Angst zu haben. Kein Prüfer will dich durchfallen lassen. Aber alle wollen bei der nächsten Jagd neben jemandem stehen, der sicher mit seiner Waffe umgeht. In unserem Beitrag zur Waffenhandhabung in der Jägerprüfung erfährst du die wichtigsten Regeln.
Die Schießprüfung
Bei der Schießprüfung gibt es zwischen den Ländern die größten Unterschiede. Fast überall schießt du mit der Büchse auf die Rehbockscheibe, meist auf 100 Meter. Dazu kommen je nach Land der flüchtige Überläufer (oft noch „laufender Keiler“ genannt), ein stehender Überläufer oder eine Ringscheibe.

Mit der Flinte wird entweder auf Wurfscheiben (Trap oder Skeet) oder auf Kipp- und Rollhasen geschossen. Bayern und Thüringen prüfen in der Schießprüfung nur die Büchse. Flinte, Überläufer und Kurzwaffe sind dort aber Pflicht in der Ausbildung. Mit der Kurzwaffe wird in der Prüfung nur in Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt geschossen.
Fast überall darfst du eine nicht bestandene Disziplin mindestens einmal wiederholen, oft noch am selben Tag. Was danach passiert, ist unterschiedlich. In Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Bremen, Hamburg und Sachsen-Anhalt ist die Prüfung dann insgesamt nicht bestanden oder du wirst von den weiteren Teilen ausgeschlossen. In Hessen, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein prüfst du weiter und kannst das Schießen später nachholen. Die Schießprüfung solltest du deshalb nicht auf die leichte Schulter nehmen. Fang früh mit dem Training an und geh nicht erst in der Prüfungswoche auf den Stand.
Schießprüfung im Bundesländer-Vergleich (Stand: Oktober 2026)
| Bundesland | Büchse | Flinte | Kurzwaffe |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 5 Schuss Rehbock (100 m) und 5 Schuss flüchtiger Überläufer (50 oder 60 m), zusammen 5 Treffer, je Disziplin mind. 2 | 10 Kipphasen (ca. 35 m) oder Rollhasen (20 bis 25 m), 5 Treffer | nein (Pflicht in der Ausbildung) |
| Bayern | 4 Schuss Rehbock (100 m), 2 sitzend aufgelegt, 2 stehend angestrichen oder freihändig, 3 Treffer im 8. bis 10. Ring | nein (Pflicht in der Ausbildung) | nein (Pflicht in der Ausbildung) |
| Berlin | 5 Schuss Rehbock stehend angestrichen (80 bis 100 m, alternativ 50 m), mind. 25 Ringe; 5 Schuss flüchtiger Überläufer, mind. 21 Ringe | 10 Kipphasen (35 m, 5 Treffer) oder 10 Trap-Tauben (4 Treffer) | nein |
| Brandenburg | 5 Schuss Rehbock (90 bis 110 m), 3 Treffer im 8. bis 10. Ring; 5 Schuss flüchtiger Überläufer stehend freihändig (50 m), 3 Treffer | 10 Trap-Tauben (4 Treffer) oder 10 Kipphasen (5 Treffer) | nein |
| Bremen | 5 Schuss Rehbock sitzend aufgelegt (100 m), mind. 40 Ringe | 15 Ziele: 5 Treffer auf Wurftauben oder 8 auf Kipp- oder Rollhasen | nein |
| Hamburg | 5 Schuss Rehbock stehend angestrichen und 5 Schuss Fuchs liegend frei (100 m), mind. 50 % der Ringzahl | 10 Ziele: 3 Wurftauben oder 5 Kipphasen | nein |
| Hessen | 3 Schuss Rehbock stehend angestrichen, 3 Schuss stehender Überläufer sitzend aufgelegt (je ca. 100 m, je 2 Treffer); 5 Schuss flüchtiger Überläufer (50 bis 60 m), 3 Treffer | 8 Kipphasen (25 bis 35 m), 5 Treffer | nein |
| Mecklenburg-Vorpommern | 5 Schuss Rehbock stehend angestrichen (100 m), mind. 26 Ringe; 5 Schuss flüchtiger Überläufer (50 m), 3 Treffer | 10 Trap-Scheiben (3 Treffer) oder 10 Kipp- oder Klapphasen (5 Treffer) | 5 Schuss auf 10 m, 2 Treffer |
| Niedersachsen | 5 Schuss Rehbock stehend angestrichen (100 m), mind. 25 Ringe; 5 Schuss flüchtiger Überläufer (50 oder 60 m), 2 Treffer | 15 Wurfscheiben Skeet oder Trap, 5 Treffer | nein |
| Nordrhein-Westfalen | 5 Schuss Rehbock sitzend aufgelegt (90 bis 110 m), mind. 40 Ringe; 5 Schuss flüchtiger Überläufer stehend freihändig, 2 Treffer | 10 Ziele: 3 Wurftauben oder 5 Kipphasen | nein (Nachweis bei der Anmeldung) |
| Rheinland-Pfalz | 4 Schuss Rehbock, 3 Schuss stehender Überläufer, 3 Schuss flüchtiger Überläufer, zusammen mind. 60 Ringe | 10 Rollhasen (25 m), 5 Treffer, ersatzweise Trap oder Kipphasen | 5 Schuss auf 7 m, 4 Treffer |
| Saarland | 3 Schuss Rehbock stehend angestrichen und 3 Schuss Ringscheibe sitzend aufgelegt (100 m), zusammen 4 Treffer | 6 Kipp- oder Rollhasen (30 bis 35 m), 3 Treffer | nein (Pflicht in der Ausbildung) |
| Sachsen | 5 Schuss Rehbock sitzend aufgelegt (100 m), 4 Treffer im 9. oder 10. Ring; 5 Schuss Keiler stehend freihändig (50 m), 3 Treffer | 15 Wurftauben Trap oder Skeet, 4 Treffer | nein |
| Sachsen-Anhalt | 5 Schuss Rehbock stehend angestrichen (100 m), mind. 25 Ringe | 10 Trap-Tauben (3 Treffer) oder 10 Kipphasen (35 m, 5 Treffer) | 5 Schuss auf 25 m, 2 Treffer |
| Schleswig-Holstein | 5 Schuss Rehbock stehend angestrichen (100 m), mind. 21 Ringe und 3 Treffer | 10 Trap-Tauben, je 2 Schuss erlaubt, 3 Treffer | nein |
| Thüringen | 5 Schuss Rehbock (ca. 100 m, mind. 6,5 mm mit Zielfernrohr), 2 sitzend aufgelegt, 3 stehend; 3 Treffer im 8. bis 10. Ring, davon 2 stehend | nein (Pflicht in der Ausbildung) | nein (Pflicht in der Ausbildung) |
Quellen: jeweilige Prüfungsordnung, siehe Abschnitt zu deinem Bundesland. Alle Angaben ohne Gewähr.
Die Jägerprüfung in deinem Bundesland
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Hier findest du für jedes Land die Rechtsgrundlage, die zuständige Stelle und die Besonderheiten, die in den Tabellen keinen Platz haben. Termine und Anmeldefristen ändern sich jedes Jahr. Die aktuellen Daten findest du immer auf der verlinkten Seite der zuständigen Stelle.
Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg nimmt der Landesjagdverband als Prüfungsstelle die Jägerprüfung ab. Grundlage ist die Jägerprüfungsordnung (JPrO) vom 31.01.2018. Vor dem Schießen wird die Waffenhandhabung geprüft. Wer hier durchfällt, hat den ganzen Schießabschnitt nicht bestanden. Den mündlich-praktischen Teil legst du zu großen Teilen im Gelände ab, teils als Parcours.
Pflicht ist ein Lehrgang bei einer anerkannten Ausbildungsstätte mit mindestens 130 Stunden, dazu mindestens 120 Wurfscheiben und je 10 Schuss mit Revolver und Pistole. Die Gebühr für die vollständige Prüfung liegt seit August 2026 bei 375 Euro.
Termine und Anmeldung beim LJV Baden-Württemberg · Prüfungsfragen · Jagdzeiten Baden-Württemberg
Bayern
Seit dem 05.08.2024 ist das Bayerische Landesamt für Maß und Gewicht (LMG) in Landshut für die Jägerprüfung zuständig. Es gibt vier Termine im Jahr an mehreren Standorten, Anmeldeschluss ist jeweils vier Wochen vor dem schriftlichen Teil. Grundlage ist die Jäger- und Falknerprüfungsordnung (JFPO).
In Bayern ist die Reihenfolge streng: schriftlich, dann mündlich, dann praktisch. Den nächsten Teil darfst du erst ablegen, wenn du den vorherigen bestanden hast. Der praktische Teil besteht aus der Waffenhandhabung mit Lang- und Kurzwaffe und dem Büchsenschießen. In der Ausbildung (mindestens 120 Stunden, davon 60 praktisch) musst du zusätzlich mindestens 250 Wurfscheiben, Schüsse auf den flüchtigen Überläufer, je 5 Schuss Pistole und Revolver und Schießkino nachweisen. Die Prüfungsgebühr beträgt 280 Euro.
Jägerprüfung beim LMG Bayern (mit Fragenkatalog und früheren Prüfungsbögen) · Jagdzeiten Bayern
Berlin
In Berlin ist die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt zuständig. Die Prüfung findet einmal im Jahr zwischen Februar und April statt, Antragsfrist ist der 15. Januar. Ein Zweittermin im Herbst kommt nur zustande, wenn bis zum 15. Juli genug Anträge eingehen.
Die Prüfungsordnung wurde zum 27.09.2025 geändert. Seitdem brauchst du in jedem Sachgebiet mindestens 13 richtige Antworten. Mindestens ein Viertel der Fragen musst du frei beantworten, einen öffentlichen Fragenkatalog gibt es nicht. Wer den schriftlichen Teil oder die Waffenhandhabung nicht besteht, wird von der weiteren Prüfung ausgeschlossen. Einen Pflichtkurs gibt es nicht. Die Gebühr beträgt 250 Euro.
Jäger- und Falknerprüfung Berlin · Jagdzeiten Berlin
Brandenburg
In Brandenburg nimmt der Landesjagdverband die Prüfung als beliehene Stelle ab, mit Prüfungsausschüssen im ganzen Land und Terminen über das Jahr verteilt. Anmelden musst du dich zwei Monate vor dem schriftlichen Teil. Grundlage ist die Jägerprüfungsordnung (JPO) vom 28.02.2007, zuletzt geändert 2024.
Rund ein Fünftel der schriftlichen Fragen ist offen gestellt. Wer den schriftlichen Teil nicht besteht, darf nicht weitermachen. Der mündlich-praktische Teil kann ganz oder teilweise im Revier stattfinden. Pflicht ist ein Lehrgang mit mindestens 150 Stunden, dazu ein jagdpraktischer Lehrgang mit 40 Stunden oder ein Jahr bei einem Mentor. Die Gebühr liegt laut LJV bei 333,20 Euro.
Infos zur Jägerprüfung beim LJV Brandenburg · Jagdzeiten Brandenburg
Bremen
Bremen prüft nach eigener Verordnung (JuFPrüfV) und nicht, wie oft angenommen, nach niedersächsischem Recht. Die Prüfung findet einmal im Jahr statt, laut Landesjägerschaft meist Ende März oder Anfang April. Den Antrag musst du bis zum 31. Dezember des Vorjahres stellen.
Bremen hat vier getrennte Prüfungsteile: Schießen, schriftlich, praktisch im Revier und mündlich. Die schriftlichen Fragen werden überwiegend frei beantwortet, einen amtlichen Fragenkatalog gibt es nicht. Wer die Schießprüfung nicht besteht, wird von der weiteren Prüfung ausgeschlossen. Vorausgesetzt wird ein Lehrgang der Landesjägerschaft oder ein vergleichbarer Kurs.
Prüfungsordnung Bremen · Ausbildung bei der Landesjägerschaft Bremen · Jagdzeiten Bremen
Hamburg
In Hamburg nimmt ein Prüfungsausschuss bei der Landesjägerschaft die Prüfung ab. Zugelassen wirst du nur, wenn dich eine beim Landesjagdverband registrierte Jagdschule anmeldet. Vorausgesetzt werden mindestens 120 Stunden Ausbildung.
Eine Besonderheit beim Schießen: Du schießt auf den Rehbock und auf den liegenden Fuchs, beides ist Pflicht. Wer die schriftliche Prüfung oder das Schießen nicht besteht, wird ausgeschlossen und kann den Teil innerhalb von zwölf Monaten wiederholen. Der Fragenkatalog mit 900 Fragen steht beim Landesjagdverband zum Download bereit.
Prüfungsvoraussetzungen beim LJV Hamburg · Prüfungsordnung und Fragenkatalog · Jagdzeiten Hamburg
Hessen
In Hessen hat sich zum 01.04.2026 einiges geändert. Die schriftliche Prüfung besteht seitdem wieder nur aus Ankreuzfragen, 25 je Sachgebiet in zwei Stunden. Dabei können mehrere Antworten richtig sein, einen Punkt gibt es nur für eine vollständig richtige Antwort. Auch die Schießanforderungen wurden neu gefasst, zum Beispiel zählt jetzt ein angerissener Ring.
Organisiert wird die Prüfung vom Regierungspräsidium Kassel, angemeldet wirst du über die untere Jagdbehörde deines Wohnorts, und zwar vier Monate vor dem Termin. Geprüft wird zweimal im Jahr. Die Prüfungsteile sind unabhängig voneinander: Wer das Schießen nicht besteht, macht trotzdem weiter. Vor der Prüfung musst du unter anderem fünf Übungstage mit der Kurzwaffe nachweisen.
Jägerprüfung beim RP Kassel (mit Fragenkatalog und Merkblatt zur Schießprüfung) · Jagdzeiten Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern führt die untere Jagdbehörde deines Landkreises oder deiner kreisfreien Stadt die Prüfung durch und gibt die Termine selbst bekannt. Anmelden kannst du dich bis zwei Wochen vor dem Termin. Grundlage ist die Jägerprüfungsverordnung (JägerPVO M-V) von 2016, zuletzt geändert 2017.
Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den wenigen Ländern mit Kurzwaffe in der Schießprüfung. Im schriftlichen Teil sind 10 von 25 Fragen je Fach offen. Lebensmittelrecht ist ein eigenes Prüfungsfach, und in den Fächern Waffen und Lebensmittelrecht musst du mindestens „ausreichend“ erreichen. Pflicht sind 130 Ausbildungsstunden oder ein mindestens einjähriger Kurs bei einem Mentor. Die Gebühr beträgt 280 Euro.
Fragenkatalog Mecklenburg-Vorpommern.pdf) · Jägerprüfungsverordnung · Jagdzeiten Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
In Niedersachsen ist die Jagdbehörde deines Landkreises oder deiner kreisfreien Stadt zuständig, den Vorsitz hat der Kreisjägermeister. Jede Behörde legt Termine und Antragsfristen selbst fest. Die Gebühr unterscheidet sich ebenfalls je nach Landkreis, im Landkreis Osterholz liegt sie zum Beispiel bei 350 Euro.
Neu seit dem 23. Juni 2026: Nach der Novelle des Niedersächsischen Jagdgesetzes wirst du nur noch zugelassen, wenn du an einer theoretischen und praktischen jagdlichen Ausbildung teilgenommen hast. Welche Ausbildungsstätten anerkannt werden und wie umfangreich die Ausbildung sein muss, regelt noch eine Verordnung. Frag deshalb vor der Anmeldung bei deiner Jagdbehörde nach, welcher Nachweis aktuell verlangt wird. Die Schießprüfung hat es in sich: Wer sie auch nach der Wiederholung nicht besteht, hat die gesamte Jägerprüfung nicht bestanden. Sie darf höchstens sechs Monate vor den übrigen Teilen liegen. Der mündlich-praktische Teil findet im Revier statt und beginnt mit dem Erkennen von Jagdsignalen.
Jägerprüfung in Niedersachsen beim Landwirtschaftsministerium (mit Fragenkatalog) · Jagdzeiten Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
In NRW steht die Jägerprüfung nicht in einer eigenen Prüfungsordnung, sondern in der Durchführungsverordnung zum Landesjagdgesetz (DVO LJG-NRW). Zuständig ist die untere Jagdbehörde an deinem gewöhnlichen Aufenthalt. Die schriftliche Prüfung findet landesweit am selben Tag statt, immer am Montag der letzten vollständigen Kalenderwoche im April. Anmelden musst du dich spätestens zwei Monate vorher.
Einen Pflichtkurs gibt es nicht. Bei der Anmeldung brauchst du aber einen Nachweis über den sicheren Umgang und das Schießen mit einer Kurzwaffe ab 9 mm und die Schulung zur „kundigen Person“. Wer die schriftliche Prüfung nicht besteht, wird von den weiteren Teilen ausgeschlossen. Ein nicht bestandenes Schießen kannst du frühestens nach drei Monaten nachholen. Die Gebühr beträgt 265 Euro plus 35 Euro für die Zulassung.
Jägerprüfung beim Landwirtschaftsministerium NRW · Fragenkatalog NRW (PDF) · Jagdzeiten NRW
Rheinland-Pfalz
In Rheinland-Pfalz gilt für die Jägerprüfung noch die Landesjagdverordnung (LJVO) von 2013. Am 01.04.2027 tritt das neue Landesjagdgesetz in Kraft, eine neue Verordnung ist im Entwurf. Laut Fachpresse soll die Prüfung dabei nicht grundlegend reformiert werden, die genauen Änderungen stehen aber noch nicht fest. Wenn deine Prüfung nach März 2027 liegt, frag deshalb bei deiner Behörde nach.
Die Reihenfolge ist hier anders als in vielen Ländern: Zuerst kommt die Schießprüfung, dann der schriftliche, dann der mündlich-praktische Teil. Die Schießprüfung beginnt mit dem sicheren Umgang mit Waffen und Munition und umfasst neben Flinte und Büchse auch die Kurzwaffe. Pflicht ist ein anerkannter Ausbildungskurs oder mindestens sechs Monate bei einem Mentor. Zuständig ist die Kreisverwaltung oder kreisfreie Stadt, die Gebühr beträgt 258 Euro.
Ausbildung und Jägerprüfung bei Landesforsten RLP · Prüfungsfragen beim LJV RLP · Jagdzeiten Rheinland-Pfalz
Saarland
Im Saarland nimmt ein Prüfungsausschuss der Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) die Prüfung ab. Voraussetzung ist ein Lehrgang im Saarland mit 120 Unterrichtsstunden, von denen bis zu 80 online stattfinden dürfen. Dazu kommen die Teilnahme an einer Gesellschaftsjagd, 20 Schuss auf den flüchtigen Überläufer und je 5 Schuss mit Revolver und Pistole.
Die Prüfung dauert höchstens drei Tage, meist Schießen, schriftlich und mündlich in kurzer Folge. Den Fragenpool mit 1.000 Fragen veröffentlicht die VJS. Die Gebühr beträgt 280 Euro, den Antrag stellst du mindestens fünf Wochen vorher bei der VJS.
Jägerausbildung bei der VJS · Jagdzeiten Saarland
Sachsen
In Sachsen ist die Jägerprüfung in der Sächsischen Jagdverordnung (SächsJagdVO) geregelt, die alte Prüfungsordnung von 1997 gilt nicht mehr. Zuständig ist die untere Jagdbehörde, anmelden musst du dich sechs Wochen vor Prüfungsbeginn. Die schriftliche Prüfung legst du am Computer ab, die Fragen werden per Zufall aus dem Katalog gezogen.
Anders als oft zu lesen gibt es auch in Sachsen eine Ausbildungspflicht, in der Regel ein Lehrgang mit mindestens 120 Stunden. Bestandene Prüfungsteile bleiben 18 Monate gültig. Die Gebühr hängt von der Behörde ab und liegt zwischen 210 und 445 Euro, dazu kommen 20 Euro für die Zulassung.
Jägerprüfung bei Sachsenforst · Online-Testprüfung · Jagdzeiten Sachsen
Sachsen-Anhalt
In Sachsen-Anhalt ist die Jagdbehörde deines Landkreises oder deiner kreisfreien Stadt zuständig. Grundlage ist die Durchführungsverordnung zum Landesjagdgesetz (LJagdG-DVO). Einen Pflichtkurs gibt es nicht, laut Landesjagdverband ist auch Selbststudium möglich. Den Fragebogen stellt die Prüfungskommission selbst zusammen, einen amtlichen Fragenkatalog gibt es nicht.
Geschossen wird mit Büchse, Flinte und Kurzwaffe. Wer die Schießprüfung auch in der Wiederholung nicht schafft, ist von der weiteren Prüfung ausgeschlossen. Das gilt ebenso bei erheblichen Fehlern im Umgang mit der Waffe. Die Gebühr beträgt zum Beispiel in Magdeburg 250 Euro.
Jäger werden beim LJV Sachsen-Anhalt · Jagdzeiten Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
In Schleswig-Holstein ist die untere Jagdbehörde deines Kreises zuständig. Geprüft wird nach Bedarf, Anmelde- und Prüfungstermin gibt die Behörde rechtzeitig bekannt. Die Reihenfolge ist festgelegt: Schießen, schriftlich, mündlich-praktisch. Wer beim Schießen durchfällt, darf trotzdem weiterprüfen, bestanden ist die Jägerprüfung aber erst mit bestandenem Schießen. Nicht bestandene Abschnitte kannst du innerhalb von zwölf Monaten wiederholen, auch vor dem Prüfungsausschuss eines anderen Kreises.
Einen amtlichen Fragenkatalog gibt es nicht, die Fragen stellt der Prüfungsausschuss zusammen. Pflicht ist ein anerkannter Fangjagd-Lehrgang, die üblichen Lehrgänge der Kreisjägerschaften umfassen mindestens 120 Stunden. Die Gebühr liegt zum Beispiel im Kreis Schleswig-Flensburg bei 280 Euro.
Jägerprüfungsverordnung Schleswig-Holstein · Jagdzeiten Schleswig-Holstein
Thüringen
In Thüringen gilt die Ausbildungs- und Prüfungsordnung Jagd (ThürAPOJ). Neu ist seit dem 01.01.2026 der Fragenkatalog: Er wuchs von rund 1.100 auf über 1.800 Fragen, und je Frage können jetzt bis zu sechs Antworten richtig sein. Wer nach altem Material lernt, sollte also dringend umsteigen.
Anmelden kannst du dich bei jeder unteren Jagdbehörde in Thüringen, spätestens vier Wochen vor der Prüfung. Die Termine veröffentlicht der Landesjagdverband. Geschossen wird in der Prüfung nur mit der Büchse, Flinte, flüchtiger Überläufer, Schießkino und Kurzwaffe sind aber Pflicht in der Ausbildung (mindestens 130 Stunden). Schwächen bei der Waffenhandhabung und der Wildbrethygiene kannst du im mündlich-praktischen Teil nicht ausgleichen.
Termine beim LJV Thüringen · Online-Übung des Landes · Jagdzeiten Thüringen
Zulassung, Kurspflicht und Gebühren im Überblick
| Bundesland | Wer prüft? | Pflichtkurs | Gebühr (Beispiel) | Bestanden 2025 (DJV) |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Landesjagdverband (Prüfungsstelle) | ja, mind. 130 Std. | 375 € | 1.494 |
| Bayern | Landesamt für Maß und Gewicht | ja, mind. 120 Std. | 280 € | 4.942 |
| Berlin | Senatsverwaltung | nein | 250 € | 13 |
| Brandenburg | Landesjagdverband (beliehen) | ja, mind. 150 Std. plus Praxis | 333,20 € | 486 |
| Bremen | Jagdbehörde | ja | bei der Behörde erfragen | 20 |
| Hamburg | Ausschuss bei der Landesjägerschaft | ja, mind. 120 Std. | beim LJV erfragen | 439 |
| Hessen | RP Kassel, Anmeldung über die untere Jagdbehörde | ja | 210 € (Wiesbaden) | 205 |
| Mecklenburg-Vorpommern | untere Jagdbehörde | ja, mind. 130 Std. | 280 € | 1.466 |
| Niedersachsen | Jagdbehörde des Kreises | ja, seit Juni 2026 | je Kreis, z. B. 350 € | 4.610 |
| Nordrhein-Westfalen | untere Jagdbehörde | nein, aber Kurzwaffen-Nachweis | 265 € plus 35 € Zulassung | 1.193 |
| Rheinland-Pfalz | untere Jagdbehörde | ja, Kurs oder Mentor | 258 € | 1.004 |
| Saarland | Vereinigung der Jäger des Saarlandes | ja, 120 Unterrichtsstunden im Saarland | 280 € | 701 |
| Sachsen | untere Jagdbehörde | ja, in der Regel 120 Std. | 210 bis 445 € plus 20 € | 346 |
| Sachsen-Anhalt | Jagdbehörde des Kreises | nein | z. B. 250 € (Magdeburg) | 311 |
| Schleswig-Holstein | untere Jagdbehörde | nur Fangjagd-Lehrgang | z. B. 280 € | 467 |
| Thüringen | untere Jagdbehörde | ja, mind. 130 Std. | je Kreis, z. B. 333 € | 726 |
Die Prüfungsgebühr ist nur ein kleiner Teil der Gesamtkosten. Was Kurs, Munition, Lernmaterial und der Jagdschein selbst kosten, haben wir dir in der Übersicht zu den Jagdschein-Kosten zusammengestellt. Welche weiteren Voraussetzungen du erfüllen musst, liest du im Beitrag zu den Voraussetzungen für den Jagdschein.
Wo ist die Jägerprüfung am einfachsten?
Diese Frage stellen sich viele angehende Jungjäger. Die ehrliche Antwort: Das lässt sich nicht pauschal sagen. Es gibt aber ein paar Punkte, die die Prüfung je nach Land leichter oder schwerer machen.
- Schießprüfung: In Bayern und Thüringen wird in der Prüfung nur mit der Büchse geschossen. Die Flinte und weitere Disziplinen musst du dort aber in der Ausbildung nachweisen. In Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt kommt die Kurzwaffe in der Prüfung dazu.
- Fragenformat: Ein veröffentlichter Katalog mit reinen Ankreuzfragen lässt sich gezielt lernen. Offene Fragen wie in Berlin, Brandenburg, Bremen oder Mecklenburg-Vorpommern verlangen mehr echtes Verständnis.
- Folgen beim Durchfallen: In manchen Ländern ist nach einem verpatzten Schießen alles vorbei, in anderen prüfst du weiter und holst nur diesen Teil nach.
- Zulassung: Wo du antreten darfst, hängt in vielen Ländern von deinem Wohnsitz oder dem Ort deiner Ausbildung ab. Ein Wechsel ist also oft gar nicht so einfach möglich.
Bundesweit sind laut Deutschem Jagdverband 2025 von 24.076 Prüflingen 18.423 durchgekommen. Die Durchfallquote lag damit bei 24 Prozent und ist in den vergangenen 20 Jahren um rund ein Drittel gestiegen. Durchfallquoten je Bundesland weist der DJV in seiner aktuellen Veröffentlichung nicht aus, nur die Zahl der bestandenen Prüfungen.
Allerdings haben auch Jagdschulen ein Interesse an möglichst geringen Durchfallquoten. Manche lassen deshalb in Ländern prüfen, die als „einfacher“ gelten. Ob sich ein solcher Umweg für dich lohnt, ist eher fraglich. Denn was „einfach“ ist, empfindet jeder anders, und den Stoff brauchst du später im Revier sowieso. Wer sich gründlich mit den Themen auseinandersetzt, besteht in jedem Bundesland.
Häufige Fragen zur Jägerprüfung
Aus welchen Teilen besteht die Jägerprüfung?
Wie schwer ist die Jägerprüfung?
Gilt die Jägerprüfung in ganz Deutschland?
Kann ich die Jägerprüfung im Ausland machen, zum Beispiel in Polen?
Was passiert, wenn ich bei der Schießprüfung durchfalle?
Muss ich für die Jägerprüfung einen Kurs besuchen?
Wie lange dauert die Jägerprüfung?
Was kostet die Jägerprüfung?
Die Jägerprüfung ist kein Selbstläufer. Aber du bist mit dem Wunsch, Jäger zu werden, nicht allein. 2025 haben so viele Menschen die Prüfung bestanden wie nie zuvor. Such dir eine gute Ausbildung, lern regelmäßig und nimm die Schießprüfung ernst. Dann schaffst du das auch.
Waidmannsheil und viel Erfolg!
Quellen
- Bundesjagdgesetz, § 15: gesetze-im-internet.de
- Deutscher Jagdverband: „So viel Jägernachwuchs wie noch nie“, 03.07.2026, mit Pressegrafik Jägerprüfungen 2025 nach Bundesland: jagdverband.de
- Baden-Württemberg: Jägerprüfungsordnung (JPrO) vom 31.01.2018, landesrecht-bw.de; Gebührenordnung und Termine des LJV BW
- Bayern: Jäger- und Falknerprüfungsordnung (JFPO) vom 22.01.2007, geändert mit Wirkung vom 05.08.2024; LMG Bayern
- Berlin: Jäger- und Falknerprüfungsordnung vom 05.03.2002, geändert durch VO vom 19.08.2025 (GVBl. S. 466); Senatsverwaltung, service.berlin.de
- Brandenburg: Jägerprüfungsordnung (JPO) vom 28.02.2007, zuletzt geändert 05.03.2024, bravors.brandenburg.de; LJV Brandenburg
- Bremen: Verordnung über die Jäger- und Falknerprüfung (JuFPrüfV) vom 13.10.1998, zuletzt geändert 01.03.2022; Landesjägerschaft Bremen
- Hamburg: Verordnung über die Jägerprüfung vom 13.11.1979, zuletzt geändert 03.08.2010; LJV Hamburg, BUKEA
- Hessen: Hessische Jagdverordnung (HJagdV) vom 24.10.2022, geändert durch VO vom 03.03.2026 (in Kraft 01.04.2026); RP Kassel, Merkblatt Schießprüfung vom 12.03.2026; Stadt Wiesbaden (Gebühr)
- Mecklenburg-Vorpommern: Jägerprüfungsverordnung (JägerPVO M-V) vom 23.03.2016, zuletzt geändert 02.04.2017, landesrecht-mv.de; Prüfungsfragenkatalog Stand 09/2023; Landkreis Vorpommern-Rügen (Gebühr)
- Niedersachsen: Verordnung über die Jäger- und die Falknerprüfung vom 30.08.2005, zuletzt geändert 30.03.2021; Novelle des Niedersächsischen Jagdgesetzes (NJagdG) vom 23.06.2026, Übersicht beim Verband der Jagdaufseher Niedersachsen; ML Niedersachsen, Fragenkatalog Stand 07/2022; Landkreis Osterholz (Gebühr)
- Nordrhein-Westfalen: Landesjagdgesetzdurchführungsverordnung (DVO LJG-NRW), §§ 1 bis 11, Fassung vom 09.12.2025, recht.nrw.de; MLV NRW; Märkischer Kreis (Gebühr)
- Rheinland-Pfalz: Landesjagdverordnung (LJVO) vom 25.07.2013, §§ 21 bis 35; Besonderes Gebührenverzeichnis der Jagdverwaltung; Landesjagdgesetz vom 09.07.2025 (in Kraft ab 01.04.2027)
- Saarland: Verordnung zur Durchführung des Saarländischen Jagdgesetzes (DV-SJG), §§ 12 bis 26b, Lesefassung der VJS Stand 30.01.2025; VJS Fragenpool 07.05.2025
- Sachsen: Sächsische Jagdverordnung (SächsJagdVO), §§ 12 bis 19, revosax.sachsen.de; Landkreis Mittelsachsen (Gebühr)
- Sachsen-Anhalt: Verordnung zur Durchführung des Landesjagdgesetzes (LJagdG-DVO), §§ 4 bis 12, zuletzt geändert 22.06.2020; Landeshauptstadt Magdeburg (Gebühr)
- Schleswig-Holstein: Jägerprüfungsverordnung vom 05.03.2012, zuletzt geändert 09.04.2021, gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de; Kreis Schleswig-Flensburg (Termine, Gebühr)
- Thüringen: Thüringer Ausbildungs- und Prüfungsordnung Jagd (ThürAPOJ) vom 06.12.2016, zuletzt geändert 18.12.2018; TMUENF zum neuen Fragenkatalog ab 01.01.2026; Landratsamt Schmalkalden-Meiningen (Gebühr)
- Lern-Apps: Angaben der Anbieter bueffeln.net, heintges-system.de und waidwissen.com sowie Google Play und Apple App Store
