Zuletzt aktualisiert: 6. Januar 2024

Du bist auf der Suche nach deiner ersten Jagdgelegenheit? Und du bist dir unsicher, was genau du suchst und wo du überhaupt anfangen sollst?
🔍Wir zeigen dir, was bei der Suche nach einer Jagdgelegenheit wirklich wichtig ist.

Finde heraus, was für eine Jagdgelegenheit du suchst  

Bei der Suche nach deiner ersten Jagdgelegenheit ist es wichtig, dass du erstmal deine Idealvorstellung notierst und dir allgemein über ein paar grundlegende Dinge klar wirst. Du solltest dir Klarheit darüber verschaffen, welche Jagdmöglichkeit zur dir als Jungjäger passt.

Dazu zählen unter anderem Faktoren wie die Wildart, die Gegend in dem das Jagdrevier liegen sollte oder wie du Arbeit und Familie unter einen Hut bringen möchtest. Finde heraus, was du wirklich willst, indem du die wichtigsten Punkte aufschreibst und nach Prioritäten ordnest.

Welche Wildarten und Jagdarten wünschst du dir?

Überleg dir, auf welche Wildarten du am liebsten jagen möchtest. Davon hängt letztlich auch ab, ob du Ausschau nach einem Wald-, Feld-, oder kombiniertem Wald-Feld-Revier Ausschau halten solltest.

Vielen geht es vorrangig um die Ansitzjagd, aber vielleicht möchtest du ja auch Bau- und Fangjagd betreiben? Die Jagdreviere sind unterschiedlich und damit auch die Möglichkeiten zur Jagd.

Rotwild gibt es nicht in jedem Revier. Hirsche sind für Jungjäger zudem häufig nicht freigegeben.
Rotwild gibt es nicht in jedem Revier. Hirsche sind für Jungjäger zudem häufig nicht freigegeben.

Wieviel Zeit hast du?

Bedenke auch den Ort und die Entfernung von deinem Zuhause zur potentiellen Jagdgelegenheit. Wieviel Zeit bist du bereit für die An- und Abreise zum Jagdgebiet zu investieren?

Sei einfach ehrlich über deine Vorlieben und Erwartungen, wenn du nach Jagdmöglichkeiten suchst. Besonders wenn du auch noch andere Verpflichtungen wie Arbeit oder Familie hast.

Wenn du berufliche und familiäre Verpflichtungen hast, ist es wichtig, dass du dir darüber im Klaren bist, welche Aufgaben du erledigen kannst und welche nicht. In vielen Revieren wird schließlich eine regelmäßige und aktive Mitarbeit erwartet.

Wieviel kannst du dir finanziell leisten?

Die Jagd ist bekannterweise nicht ganz günstig. Dein zukünftiger Beständer wird Kosten in Form von Jagdpacht, Instandhaltung und Pflege haben. Dementsprechend wird der Begehungsschein gegen Entgelt angeboten. Und das kann je nach Revier und bejagbarem Wild unterschiedlich teuer werden. Ein Begehungsschein in einem Hochwild-Revier mit Rotwild wird zum Beispiel einen deutlich teureren Preis haben als ein reines Niederwild-Revier mit vorwiegend Rehwild.

Ggf. kannst du dich als Jungjäger auch vermehrt mit Arbeitseinsatz einbringen. Die Regeln und finanzielle Beteiligung kann hier durchaus individuell verhandelbar sein.

Welche Vorteile bringst du mit?

Überlege dir bei der Suche nach Jagdmöglichkeiten auch, welche Fähigkeiten du in deinem zukünftigen Jagdrevier mit einbringen kannst. Also was hat der Pächter davon, genau dich als Jungjäger mit ins Revier zu nehmen? Vielleicht bist du handwerklich begabt oder bist beruflich Schreiner, Tischler oder ähnliches, kommst aus der Landwirtschaft oder hast Metzger gelernt.

Aber auch Engagement für den Arten- und Naturschutz, Flexibilität im Beruf und ein großes Netzwerk für die Vermarktung von Wildbret können von Vorteil sein.

Und zu guter Letzt sind auch ein brauchbarer Jagdhund und aktive Jagdhornbläser immer gerne gesehen.

Wenn du handwerklich begabt bist und bereit mit anzupacken, kann das ein Vorteil sein wenn du Revieranschluss suchst.
Wenn du handwerklich begabt bist und bereit mit anzupacken, kann das ein Vorteil sein wenn du Revieranschluss suchst.

Kontakte knüpfen für die Jagdgelegenheit

Wenn du nicht schon einen großen Freundes- und Familienkreis hast, der jagdlich aktiv ist, dann wirst du nicht drumherum kommen dir diese Kontakte zu suchen. Denn Anschluss im Revier bekommt man in der Regel über Jäger-Kontakte und Bekanntschaften.

Kennst Du Dein Wunschrevier vielleicht schon, nur den Pächter noch nicht?

Um deine neue Jagdmöglichkeit zu finden, ist es wichtig, dass du dich mit Landwirten, Naturschutzverbänden und anderen Mitgliedern der Jagdgemeinschaft in Verbindung setzt und freundschaftliche Beziehungen zu ihnen aufbaust.

Sprich mit Leuten in der Region, in der du jagen willst, denn die kennen vielleicht die ortsansässigen Jagdpächter und Jagdreviere.

Auch die Landwirte in ländlichen Gebieten sind oft eine gute Informationsquelle zu den örtlichen Jagdmöglichkeiten und können dir helfen, den Kontakt zu Pächtern Vor-Ort herzustellen. Also wenn du das nächste Mal einen Bauern auf dem Traktor siehts, sprich ihn einfach mal an. Sag einfach, dass du in der Gegend wohnst oder oft dort bist und gerne den örtlichen Jäger kennenlernen würdest. Wenn du freundlich und zuvorkommend fragst, bekommst du meist eine ebenso freundliche Antwort.

Alternativ spricht auch nichts dagegen mit dem Bürgermeister oder Gemeindevertretern in Kontakt zu treten. Erkundige dich in Jagdgeschäften, um eine Jagdgelegenheit zu finden und Kontakt zu anderen Jägern aufzunehmen.

Auch an das örtliche Forstamt oder Kreisforstverwaltung kannst du dich wenden, um Kontaktdaten oder Infos zur örtlichen Jagd zu bekommen.


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Landesjagdverband und Hegeringe

Als Jungjäger macht es absolut Sinn Mitglied im Landesjagdverband deines jeweiligen Bundeslands zu werden. Zum einen unterstützt du mit deinem Mitgliedsbeitrag das Jagdwesen. Zum anderen hast du die Möglichkeiten an einer Vielzahl von Veranstaltungen und Seminaren teilzunehmen, auf denen du weitere Kontakte zu anderen Jägern knüpfen kannst.

Zudem bist du über den Landesjagdverband auch Mitglied im örtlichen Hegering. Hier hast du die Gelegenheit die Jäger und Pächter Vor-Ort in deiner Region kennenzulernen. Regelmäßige Stammtische sind üblich, aber auch gemeinsame Arbeitseinsätze oder Termine auf dem Schießstand.

Bei vielen Hegeringen werden auch Gemeinschaftsansitze organisiert, bei denen auch revierlose Jungjäger erste Jagderfahrung sammeln können. Zum Beispiel beim gemeinsamen Fuchs-Ansitz.

Jagdhund

Wenn du einen Jagdhund führst, hast du schon mal einen Riesen Pluspunkt beim Kontakte knüpfen. Jeder der einen Hund hat kennt das Phänomen, dass man ständig Leute über den Hund kennenlernt.

Aber vor allem auch in der Jagdhundeausbildung wirst du gleichgesinnte Jäger treffen, über die sich vielleicht deine erste Jagdmöglichkeit ergibt.

Zudem erhöhst du mit einem brauchbaren Jagdhund deine Chancen auf eine Jagdgelegenheit, denn Jäger mit guten Hunden sind in der Regel sehr willkommen.

Über den eigenen Jagdhund lernst du viele Jäger kennen. Und brauchbare Jagdhunde sind in vielen Revieren willkommen.
Über den eigenen Jagdhund lernst du viele Jäger kennen. Und brauchbare Jagdhunde sind in vielen Revieren willkommen.

Anzeigen in Jagdzeitschriften

Das Schalten von Anzeigen in Jagdzeitschriften und Mitgliedszeitschriften von Jagdverbänden oder -vereinen kann ein effektiver Weg sein, um Jagdgelegenheiten zu finden. Dabei ist es wichtig, dass du eine ansprechende und aussagekräftige Anzeige schaltest, denn die Konkurrenz ist groß.

Überlege dir vorher was du genau suchst und was du zu bieten hast. Was könnte den potenziellen Pächter oder Pächterin ansprechen? Wichtig: Bleib bei der Wahrheit bleiben!

Allerdings kann die Verwendung irgendwelcher anonymen Codenummer oder- Chiffren in deiner Anzeige es potenziellen Interessenten erschweren, dich zu kontaktieren. Deshalb der Tipp, eine separate E-Mail-Adresse verwenden. Dann kannst du direkt kontaktiert werden und vermeidest gleichzeitig Spam und unerwünschte Werbung.

Umgekehrt kannst du natürlich auch selbst Ausschau nach Jagdangeboten in Zeitschriften halten. Am Besten vor dem Jagd-Jahreswechsel, also in der Zeit von Januar bis April. Das Angebot ist in der Regel nicht so groß wie die Gesuche, aber vielleicht hast du ja Glück und jemand sucht in der Nähe noch einen Mitjäger.

Wenn Anzeigen in Zeitschriften so gar nichts für dich sind, könntest du es auch innerhalb passender Facebook-Gruppen (regional oder mit Jagdbezug) versuchen.

Das Kennenlernen des Jagdpächters

Ein natürliches und interessiertes Gespräch mit den Jagdpächtern ist entscheidend, um festzustellen, ob es gegenseitig passt.

Bereite dich vor deinem ersten Gespräch mit einem potenziellen Jagdpächter mit deinen Fragen vor. Stelle Fragen die echtes Interesse an dem Gebiet oder der Jagdgelegenheit zeigen. Es sollte kein Verhör oder steifes Vorstellungsgespräch werden.

Die Größe und Zusammensetzung des Jagdgebiets, die vorhandenen Wildarten, die ausgeübten Jagdarten und zusätzliche Faktoren wie bauliche Gegebenheiten oder spezielle Fragen können hier relevant sein.

Erkundige dich auch nach den Vorstellungen des Pächters in Bezug auf Erreichbarkeit, finanziellem Beitrag, gewünschter Jagdbeteiligung, Aktivitäten, Jagdzeiten, Wildschadensverhütung, Kühlmöglichkeiten und Wildbretvermarktung.

Es ist wichtig, die gegenseitigen Erwartungen abzuklopfen und in dem Zusammenhang auch die Vorteile, die du als Jungjäger bieten kannst, in einem persönlichen Gespräch zu besprechen.

Fazit

Die Suche nach einer Jagdgelegenheit ist ein bisschen wie die Partnersuche. Die Chemie muss einfach stimmen. Gleichzeitig gibt es ein paar „Hard Facts“, die es abzuklopfen gilt, damit es später nicht zu Enttäuschungen auf beiden Seiten kommt.

Viel und häufig Fragen ist neben den sozialen Aktivitäten im Jagdumfeld sehr wichtig. Wenn keiner weiß, dass du Anschluss in einem Revier suchst, wird sich auch keine Jagdgelegenheit ergeben. Wie bei allem im Leben ist auch hier das richtige Maß gefragt. Aufdringliche, unhöfliche oder nervige Leute mag niemand.

Und gib nicht auf, wenn du nicht sofort eine Jagdmöglichkeit finden solltest. Manchmal dauert es einfach. Das gilt auch für erfahrene Jäger, die ein neues Revier suchen. Suche weiter, sammle Erfahrungen und sprich während deiner Ausbildung mit anderen Jägern über deine Suche.

Waidmannsheil und viel Erfolg!

Bilder: Unsplash, Depositphotos